Feministische Perspektive füllt Neubad Luzern

Prominente Gäste im Neubad: Die SP Frauen Kanton Luzern luden gestern die beiden Nationalrätinnen Anna Rosenwasser und Tamara Funiciello zum Sessionsrückblick ein. Feministische Anliegen und das Bundesbudget prägten den humorvollen und inspirierenden Abend.

Weit über 200 Besuchende fanden gestern Abend den Weg in den Neubad-Pool, der nicht nur von der Lichtinstallation Knäuled vom Göral-Kollektiv, sondern vor allem von den beiden Nationalrätinnen Anna Rosenwasser und Tamara Funiciello elektrisiert wurde. Sie beleuchteten die Wintersession 2024 aus feministischer Perspektive, berichteten von politischen Erfolgen, Rückschlägen und den Herausforderungen, feministische Anliegen trotz zunehmender rechter Tendenzen voranzubringen.

Im Fokus stand die Budgetdebatte: Während bei der Internationalen Zusammenarbeit massiv gekürzt wird, erhält die Armee höhere Mittel – ohne klare Strategie oder realistische Bedrohungsszenarien. Dieser einseitige Sicherheitsbegriff vernachlässigt die Sicherheit von Frauen, Kindern, Migrant*innen und FINTAs. Die Realität zeigt eine erschreckende Bilanz: Gerade einmal sieben Schutzplätze gibt es in der Schweiz für gewaltbetroffene Mädchen, und selbst die Armee kann ihre (weiblichen und non-binären) Angehörigen nicht ausreichend schützen – ein alarmierendes Signal, das eine aktuelle Studie bestätigt.

Anna Rosenwasser kritisierte die patriarchale Erzählung von Geldknappheit, die Gruppen gegeneinander ausspiele, statt auf Kooperation und gerechte Verteilung zu setzen. „In einem Land, in dem Geld in grossen Mengen vorhanden ist und Überreiche immer reicher werden, braucht es eine Diskussion über Umverteilung – nicht über vermeintlich fehlende Mittel“, ergänzte Tamara Funiciello.

Auch wenn viele feministische Forderungen auf finanzieller Ebene chancenlos blieben, gab es inhaltliche Erfolge: Der Schutz vor psychischer Gewalt wird ausgebaut, und das Geschlecht soll ins Antidiskriminierungsgesetz aufgenommen werden – ein wichtiger Schritt, der Sexismus strafbar macht. Für Rosenwasser und Funiciello, die selbst regelmässig sexistischen Angriffen ausgesetzt sind, ein starkes Signal: „Wir lassen uns nicht entmutigen, auch wenn die Angriffe verletzend und energieraubend sind.”

Die beiden Nationalrätinnen schöpfen Kraft aus der feministischen Bewegung, gemeinschaftlichen Aktionen wie der Demo zu den „16 Tagen gegen Gewalt“ und dem Zusammenhalt in der zu unrecht verunglimpften „Bubble“. Ihre Botschaft: „Wenn wir uns verbinden, uns gegenseitig unterstützen und konsequent für eine gerechtere Welt kämpfen, können wir etwas erreichen – auch in kleinen Schritten.“

Diese Energie, aber auch Hoffnung und Humor, prägten den Abend im Neubad und haben das Luzerner Publikum nachhaltig inspiriert. Ein kraftvolles Zeichen für eine gerechtere Zukunft – und ein unvergessliches Event, das noch lange nachwirken wird.

 

Kontakt für weitere Informationen:
Marta Lehmann, marta.lehmann@bluewin.ch, 079 601 49 24
Andrea Elmer, andrea.elmer@sp-sursee.ch, 079 648 95 57

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